Der Film „Das Blut der Schwester“

Anzeige für den Film Das Blut der Schwester.

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Der Film Das Blut der Schwester nach dem Drehbuch von Ernst Schertel, das auf seinem Roman Sünden des Ewigen beruhte, wurde 1922 vom Vertrieb als „5 Kapitel aus den Irrungen des menschlichen Trieblebens“ angekündigt.1

Gedreht wurde der Fim 1921 im „Bavaria“-Atelier in München. Regie führte Otto Wilhelm Barth. Barth war eigentlich Verleger und Herausgeber esoterischer Schriften.2 1924 war er Mitbegründer des nach ihm benannten Otto Wilhelm Barth Verlags. Als künstlerischer Beirat wurde der expressioniste Künstler Carl Rabus beigezogen3

Der Film behandle, wurde in einer Vorankündigung der Zeitschrift Der Kinematograph – Düsseldorf vermerkt, „eine transzendentale Idee, die in durchaus modernem Gewand und im Rahmen einer sehr starken Handlung an tiefe, geheimnisvolle Fragen rütten [sic!] und gewisse Saiten ausschlägt, deren Echo aus einer uns fernen, unbekannten und auch unergründlichen Welt kommen.“4 Ausserordentlich viel Gewicht, heisst es weiter, werde „auf die äußere Ausstattung wie künstlerische Ausgestaltung des Films gelegt.“5

Dieselbe Zeitschrift urteilte nach der fertigstellung des Films:

Wir haben es hier mit einem Spielfilm zu tun, der uns seltsame Geschehnisse vermittelt. Geschehnisse aus der Welt absonderlichen, rätselvollen Okkultismus. Es ist gewiß keine einfache Sache, derartige, bloß gedanklich zu erfassende Ideen bildhaft darzustellen und sie so herauszubringen, daß sie wahrhaft wirken uns [sic!] ins wirkliche Leben hinübergreifen, – daß es in diesem Falle vortrefflich gelungen, liegt vor allem im gut und wirkungsvoll gemachten Buche wie in der tüchtigen, sicher zugreifenden Regie, die mit Anspannung aller Möglichkeiten dem rein Gedanklichen feste Formen und bildhafte Gestaltung gab.6

In einem weitere Beitrag wurden schliesslich neben der Leistung der Regie auch die der Darsteller und Darstellerinnen gelobt:

Der Bearbeiter und Regisseur Otto Wilh. Barth hat es verstanden, die Spannung durch alle Akte hindurch wachzuhalten und das Publikum gleichzeitig in die Gedankenwelt des Okkultismus einzuführen. Bei dem starken Interesse, das weite Kreise des Volkes heute für derartige Fragen zeigen, scheint der große Beifall, den der Film fand, recht verständlich. Das um so mehr, als er wirklich fesselnd ist und mit auserlesenen darstellerischen Kräften aufwartet.7

  1. Der Kinematograph – Düsseldorf, 16. Jahrg., 6. August 1922, Nr. 806/7, S. 155. Online []
  2. Vgl. Otto Wilhelm Barth in der deutschsprachigen Wikipedia. []
  3. Vgl. Carl Rabus in der deutschsprachigen Wikipedia. []
  4. Der Kinematograph – Düsseldorf, 15. Jahrg., 23. Oktober 1921, Nr. 766 S. 14. Online []
  5. Ebda. []
  6. Der Kinematograph – Düsseldorf, 16. Jahrg., 9. April 1922, Nr. 790, S. 14. Online []
  7. Der Kinematograph – Düsseldorf, 16. Jahrg., 17. Dezember 1922, Nr. 826, S. 6. Online []