Inge Frank

Inge Frank.
Inge Frank.

Inge Frank war die erste Solotänzerin der Traumbühne Schertel.

Ein Beitrag in der Zeitschrift Soma ohne Autor, wahrscheinlich aber von Ernst Schertel verfasst, charakterisiert Ilse Frank und damit das Wesen der Traumbühne wie folgt:

Das Neue, was sie bringt, ist die absolute Triebhaftigkeit der tänzerischen Geste. Ihr Tanz strömt aus der unbewußten Tiefe ihres Körpers, aus jenem unerforschlichen Meer des Irrationalen, das alles Wirkliche trägt und speist und dessen Flutungen von uns als dunkelster Sinn des Kosmischen vernommen werden. Inge Frank ist während des Tanzes nicht eigentlich sie selbst, sondern willenloses Werkzeug der in ihr wachwerdenden überpersönlichen Triebmächte. Ihr Tanz ist nicht faßbar durch den Verstand, sondern nur durch die Anschauung, wie jede wirkliche Offenbarung von Naturtiefe.1

Und der Text fährt fort:

Inge Franks Tanz ist Ausgelassenheit, Anbetung und Beschwörung, wie der Tanz der Urvölker und der Exoten. In ihr lebt jenes zarte und wilde, strahlende und brennende Rauschtum, das auch die kleinste Geste in die Sphäre der Entrücktheit hebt und dem harmlosesten Spiel der Glieder eine Bedeutsamkeit und Sinnfülle verleiht, wie einem mystischen Vorgang. Auch in ihren Tänzen voll unbefangener Heiterkeit und Laune flackert etwas von jenem seltsamen Sprühen, jenem bacchantischen Jauchzen, das deutlich den Stempel dionysischen Rausches trägt, oft aber steigert sich dieses ekstatische Element zu erschütternder Gewalt. In solchen Augenblicken fühlt auch der Laie die fast unheimliche Umschichtung der Innenkräfte, die diesen jungen Körper beseelen und ihn erschauern lassen in nachtwandlerisch-somnambuler Fremdheit.2

Bilder: Soma, Nr. 10.

  1. Soma, Nr. 10, S. 275. []
  2. Ebda. []