Anstalt für Beschäftigung von Nervenkranken

Die Anstalt für Beschäftigung von Nervenkranken wurde um 1893 von Adolf Grohmann eingerichtet.

1894 erschien unter dem Titel “Ländliche Arbeiten für Nervenleidende” in Der Grütlianer folgender Hinweis:

Civilingenieur Grohmann in Zürich V, Hegibachstraße 22, hat an Aerzte ein Cirkular versandt, in welchem er denselben mitteilt, daß er einen Gemüsegarten unterhalte, um Nervenleidenden und andern Privaten, die auf ärztliche Anordnung als Teil der Kur eine Beschäftigung im Freien haben sollen, das dazu nötige Land und Geräte zu bieten. Er beruft sich auf bereits gemachte Erfahrungen, auf die günstige Wirkung, welche gärtnerische Arbeiten auf Geist, Körper und Gemüt ausüben. Zum Ausfüllen der Zeit, welche die Patienten wegen schlechter Witterung nicht im Garten zubringen können, anerbietet sich Herr Grohmann, denselben Unterricht in der Tischlerei und im Zeichnen zu erteilen.1

Derselben Publikation ist 1896 rückblickend zu entnehmen:

In Zürich hat, von namhaften Aerzten unterstützt, Herr Ingenieur A. Grohmann, Zürich V, Hirslanden, vor drei Jahren eine Anstalt ins Leben gerufen, deren Eigenes darin besteht, daß Nervenkranke, denen Aerzte eine völlige Ausspannung von geistiger Arbeit oder der gewöhnlichen Berufsarbeit verordnen, eine zweckmäßige, den Gesundungsprozeß fördernde Befchäftigung finden. Die Arbeiten bestehen vornehmlich in Gärtner- und Tischlerarbeit und werden größtenteils im Freien vorgenommen.2

Und es wir lobend erwähnt: “Herr Grohmann hat bereits ganz bedeutende Erfolge erzielt.”3 Dies hatte auch schon Forel festgestellt und vermerkte: “Recht gute Resultate wurden bei schweren Fällen erzielt.”4

Suggestion durch Briefe

Suggestion durch Briefe

Wie Forel schreibt kombinierte Grohmann häufig seine Behandlung mit Suggestion.5

1899 veröffentlichte Grohmann die Schrift Technisches und Psychologisches in der Beschäftigung von Nervenkranken. Für Ärzte bearbeitet mit einem Vorwort des Leipziger Nervenarztes Paul Julius Möbius und J. Wildermuth (Verlag von Ferdinand Enke).

  1. Der Grütlianer, 12 Juli 1894, Nr. 79, S. 3, Online. Gemäss dem Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich stammt ein dokumentiertes Wohnhaus an der Hegibachstrasse 22 aus dem Jahre 1895, Grohmann scheint sich also in einer zum Abbruch bestimmten Liegenschaft oder auf einer Baubrache eingerichtet zu haben. []
  2. Der Grütlianer, 45. Jahrg., 21. Januar 1896, Nr. 8, S. 3. Online. []
  3. Ebda. []
  4. Forel, S. 1 []
  5. Ebda. []