Friedrich Fellenberg

Friedrich Fellenberg (auch Fellenberg-Egli) war durch sein vielfältiges Engagement eine prägende Persönlichkeit für die Lebensreform in der Stadt und im Kanton Zürich.

Fellenberg kam am 11. Oktober 1867 zur Welt. Er wuchs in Opladen im Kreis Solingen auf.

In jungen Jahren brustleidend soll es ihm gelungen sein, durch Befolgung der Lehren des Naturarztes Heinrich Lahmann seine Gesundheit wiederherzustellen.1 In der Folge gab er seine Stelle bei einer Versicherungsgesellschaft auf und war bei Sebastian Kneipp in Wörishofen und bei Lahmann in Dresden tätig.

1892 gründete Fellenberg in Zürich das vegetarische Speisehaus Pomona, das er mit seiner Schwester führte. Zudem war er Mitbegründer der 1893 gegründeten Obstbaugenossenschaft Heimgarten in Bülach, in deren Aufsichtsrat er gewählt wurde.

1898 gründete er in Erlenbach eine Naturheilanstalt. Im selben Jahr wurde er Vizepräsident des Naturheilvereins Zürich, nachdem er zuvor bereits Quästor des Vereins gewesen war.

1906 wurde er 1. Vorsitzender der neu gegründeten Vegetarische Gesellschaft Zürich.

Nach der Schliessung seiner Naturheilanstalt eröffnete er in Zürich ein Heilbad (Herbazidbad) an der Selnaustrasse 3.

Fellenberg veröffentlichte verschiedene Schriften und gab 1901/02 die Monatsschrift Heimatsklänge als „Monatsschrift für Vegetarisch-soziale Gesundheitspflege auf christlicher Grundlage“ heraus (seit der Nr. 2 „Monatsschrift für Vegetarisch-soziale Gesundheitspflege“), bei der er auch für einen Grossteil der Beiträge verantwortlich zeichnete.

Fellenberg starb am 9. Juni 1952.

Veröffentlichungen

  • Die Pflichten der Männer in der Ehe. Ein Vortrag, Erlenbach-Zürich 1901.
  • Blutarmut, Bleichsucht und Fettleibigkeit, Erlenbach 1902.
  • Die gebräuchlichsten Anwendungen des Naturheilverfahrens für den Hausgebrauch, Vortrag, 1902.
  • Licht-, Luft- und Sonnenbäder, Erlenbach 1901.
  • Das goldene Zeitalter, 1902.
  • Die Kolonie Heimgarten. Entstehungsgeschichte, Werdegang und Gründe für den Verfall, Berlin 1908.
  • Die Heilung von Krankheiten durch elektro-galvanische Schwachströme, Stuttgart 1925.

Literatur

  • Rebecca Niederhauser, „Gemütliche Abende, Vorlesungen und Diskussionen“ – Friedrich Fellenberg-Egli und die Vegetarische Gesellschaft Zürich um 1900, in: Tierisch! Das Tier und die Wissenschaft – Ein Streifzug durch die Disziplinen, 2016, S. 73-82.
  • Rebecca Niederhauser, „‚Sich bei Gemüse und Obst amüsieren und in Wasser toastieren‘? Lebensreformerischer Vegetarismus in Zürich, in: Schweizerische Archiv für Volkskunde = Archives suisse de traditions populaires, 107. Jahrg., 2011, Heft 1-34. S. Online

Links

  1. „Notiz zum 70. Geburtstag von Fellenberg“, in: Neue Zürcher Zeitung, 11. Oktober 1937, Blatt 3, Nr. 1821. []