Werner Zimmermann

Werner Zimmermann, * 21. Juni 1893 in Lyss, † 28. August 1982 in Ringgenberg bei Brienz.

Von 1909 bis 1913 machte Zimmermann eine Ausbildung als Lehrer und besuchte dazu zuerst das Unterseminar Hofwil, dann das Oberseminar Bern, dessen Direktor Ernst Schneider, ein Vertreter der Reformpädagogik, der damals neuen Psychoanalyse und der Freiwirtschaft war. Im Frühjahr 1913 wurde er als Lehrer an die Oberschule Lauterbrunnen gewählt, wo er bis zum Frühjahr 1919 unterrichtete. 1915 trat er dem neu gegründeten Schweizer Freiland-Freigeld-Bund bei. Ebenfalls 1915 hielt er im Lehrerverein Interlaken seinen ersten Vortrag über Psychoanalyse in der Schule, 1917 in Lauterbrunnen den ersten Vortrag über Freiwirtschaft.

1919 bis 1920 bereiste Zimmermann als Wanderarbeiter Nordamerika. Im Winter 1920 hielt er an der Berner Volkshochschule Vorträge über Erziehung. Aus ihnen enstand 1921 das Buch Lichtwärts, das 1922 erschienen ist und sein bekanntestes Buch werden sollte. 1923 reiste Zimmermann wieder in die USA, wo er versuchte, Ford und andere führende Persönlichkeiten für die Freiwirtschaft zu gewinnen. Auf der Rückreise übersetzte er die Laotse-Novelle von Henri Borel aus dem Englischen ins Deutsche. Seit Mai 1924 gab er die Hefte Tao als “Monatsblätter für Verinnerlichung und Selbstgestaltung”. Seit Januar 1927 erschienen sie unter dem Titel Tau, im Januar 1937 wurde sie in Deutschland verboten.

Im Februar 1929 reiste er nach Panama, von dort, teils zu Fuss, durch Mittelamerika und Mexiko nach Nordamerika, wo er im Herbst eintraf. Im folgenden Winter hielt er Vorträge in den USA und in Kanada und besuchte die Durchoborzen in Britisch Kolumbien. Im Februar 1930 war er auf Hawaii, von März bis Juni in Japan, im Sommer in Peking und der Mongolei, im Herbst noch einmal in Japan, von dort reiste er über Shanghai und Honkong nach den Philipinen, Java und Bali, dann durch Indien, wo er die Erziehungsstätten von Tagore und Gandhi besuchte, und kehrte über Palästina in die Schweiz zurück, wo er im Januar 1931 eintraf.

1932 war er Mitbegründer der Siedlung Schatzacker in Bassersdorf bei Zürich. Im selben Jahr nahm er am 8. Internationalen Vegetarier-Kongress in Eden bei Berlin teil (9. bis 15. Juli). 1933 begründete er zusammen mit Paul Enz und den WIR Wirtschaftsring. Daneben half er beim Aufbau des Geländes “die neue zeit” in Thielle am Neuenburgersee.

Veröfffentlichungen von Werner Zimmermann

Bücher und Broschüren

Fussleiden. Vorbeugen + Heilen, mit Beiträgen von Ernst Meier und Ernst Kuppinger [Heilwissen für jedermann, Folge 22], München 1967.

Wahrhafte Erziehung. Wesen und Tat der Freikörperkultur, mit Beiträgen von Friedrich Weigelt und Wilhelm Schöffer, Lauf bei Nürnberg 1955.

Licht im Osten. Geistiges Nippon, München 1954.

Werhafte Kraft, München 1951.

Lichtbote. Edgar Cayce. Sein Leben und sein Werk, Ziehlbrücke-Thielle 1950.

Sei Meister deines Schicksals, München 1948.

Das Leben nach dem Tode im Lichte der parapsychologischen Forschung. Erlebnisse, Beweise, Erklärungen, München 1948.

Gott in dir. Worte Meister Eckeharts, 1943.

Heilendes Fasten, Wegleitung, 1942.

Bade heiss. Gesund durch Bad und Wärme, 1942.

Friede in Sicht. Kriegszyklen, 1941.

Régénération de l’agriculture. 1941.

Kampf um Steinmehl. Abwehr. 1941. – Mutter Erde. Biologischer Landbau. 1941. – Bärndütsch. Vier Radio-Vorträge. 1941. – Nostradamus. Weissagungen. 1940. – Redende Form. Praktische Menschenkenntnis nach der Hutter-Lehre. 1940. – Wir singen. Stimm- und Liedpflege. 1940. – Wir turnen. Praktische Anleitungen. 1940. – Das Leben nach dem Tode. Parapsychologie. 1939. – Gesunde Kleidung. Wollfrage. 1939. – Kräfte des Atems. 1939. – Wahrheit und Güte. Aussprache. 1938. – Freiheit oder Zwang? Wirtschaftsring. 1938. – Heimatkräfte persönlicher Gesundung. 1938. – Steine geben Brot. Biologischer Landbau. 1938. – Krishnamurti. Bericht und Antworten. 1937. – Wir schaffen freies Land. Siedlung Bassersdorf. 1937. – Sei Meister deines Schicksals. 1937. – Ich und wir. Zahlenmystik. 1937. – Jungmöhl. 1937. – Weltheimat. Erlebnisse in Kanada und Asien. Lauf bei Nürnberg, Bern, Leipzig 1937. – Die Rheinregulierung. 1936. – Der Ring der Nibelungen. 1933. – Wächter der Sittlichkeit. Antwort. 1932. – Mahatma Gandhi. 1931. – Tropenheimat. Panama – Mexiko. Lauf bei Nürnberg 1930. – Liebesklarheit. Eine Frucht aus Erlebnis, Erkenntnis und Tat. 1927. – An dich. Gabe an Gefangene. 1926. – Auf Schweizer Flüssen. Führer für Wasser-Wanderer und Naturfreunde. 1925. – Autorität und Freiheit. Ein Vortrag. 1924. – Liebe. Von ihrem dreifachen Sinn. 1922. – Die Befreiung der Frau aus wirtschaftlicher, körperlicher und seelischer Not. 1922. – Lichwärts. Ein Buch erlösende Erziehung. Bern 1922. – Weltvagant. Erlebnisse und Gedanken. 1921. – Der Kommunist. Ein ernstes Spiel aus heutiger Zeit. 1921. – Was ist Sozialismus? Im Sinne der Natürlichen Wirtschaftsordnung: Erlösung zur Freiheit, Eigengesetzlichkeit! 1919. Spätere, überarbeitete Auflagen erschienen unter dem Titel Sozialismus in Freiheit.

Übersetzungen Heliand. Die Gesundheitslehren einer altslawischen und einer aramäischen Evangelien-Handschrift in der Bibliothek des Vatikans. Eduard Fankhauser Verlag 1947. – Wu-Wei. Eine Auslegung der Lehren Laotses von Henri Borel. Tao-Verlag.

==== Literatur ====

Meike Sophia Baader, “Selbstverwikrlichung als Selbsterlösung und wahre Göttlichkeit: Werner Zimmermann”, In: Erziehung als Erlösung. Transformationen des Religiösen in der Reformpädagogik, Weinheim und München 2005, S. 230-235.

Ulrich Linse: “Der alte Shinto-Geist” und die “Lebensreform”: Der Deutsch-Schweizer Werner Zimmermann (1893-1982) und seine drei Japan-Reiseberichte über das “geistige Nippon”. In: Hartmut Zinser und Inken Prohl (Hrsg.): Zen, Reiki, Karate. Japanische Religiosität in Europa. Münster usw. 2002, S. 211-247.

Werner Zimmermann, Zielbrücke – Thielle 1943.
Lichtwärt. In: Der Freigeldler, VI. Jahrgang, 1922, Nr. 2, S. 15-16.

Links

Werner Zimmermann – vergessener Vorläufer der Homeschoolbewegung, Lebensreformer und Freiwirtschaftler, Eintrag auf der Website von Martin Näf mit dem Tondokument “Rede vom 17. August 1975 über Nullwachstum, Atom- und Windkraft”.

Werner Zimmermann und die Lebensreform, Auszug aus: Günter Bartsch, Die NWO-Bewegung, Gauke 1994.