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In Zürich

Gertrud Prellwitz war 1903 auf dem Grappenhof in Amden, verliess diesen aber noch vor Fidus und reiste zurück nach Deutschland. Bereits im folgenden Jahr kam sie nach Zürich, nachdem sich Elsa, die Frau von Fidus, an sie gewandt hatte. Zusammen mit Fidus und Elsa wohnte sie in einer Wohnung an der Moussonstrasse im Quartier Fluntern. In Zürich hielt Prellwitz die Vorträge Zum Problem von Liebe und Mütterlichkeit im Leben der modernen Frau und Über die Gestalt Jesu im Lichte der geschichtlichen Forschung.1 Eine Auswahl davon bereitete sie zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor.2 Bereits Anfang 1903 hatte Gertrud Prellwitz in Berlin eine Vortragssreihe unter diesem Titel gehalten. Das Interesse, das die Zeitschrift Frauenbestrebungen Prellwitz entgegenbrachte, widmete sie ihnen doch eine Serie von vier Beiträgen mit Zusammenfassungen ihrer Vorträge, scheint auf den ersten Blick erstaunlich zu sein. Auch wenn etwa die Ausführungen von Prellwitz über Aufklärung und Ehe möglicherweise als fortschrittlich oder zumindest modern empfunden worden sind. Über die Bedeutung der Frau bei der Aufklärung habe Prellwitz ausgeführt, berichtet …

Gertrud Prellwitz

Gertrud Prellwitz wurde am 5. April 1869 in Tilsit als Tochter eines Zimmermanns geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie ab ihrem elften Lebensjahr in Königsberg. Danach studierte sie in Königsberg Philosophie und Theologie. Seit 1888 arbeitete sie dort als Lehrerin. 1895 oder 1901 ging sie nach Berlin und studierte dort Literaturgeschichte und Theologie und war ebenfalls als Lehrerin tätig. 1903 war sie in Amden auf dem Grappenhof, danach hielt sie sich zusammen mit Fidus und seiner Frau Elsa in Zürich auf. In Zürich hielt sie Vorträge und bereitete eine Auswahl davon zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor. 1905 lebte sie in Mittel-Schreiberhau in Schlesien. 1909 erschien die erste Auflage ihres bis in die 1950er Jahre erfolgreichen Aufklärungsbüchleins Vom Wunder des Lebens, das „Elsa und ihren Kindern gewidmet“ ist. Im November desselben Jahres zog sie in das damals fertiggestellte Fidushaus in Woltersdorf, wo sie bis zum Tod von Elsa Fidus 1915 lebte. Nach dem Tod von Georg Bauernfeind war sie 1912 an der Gründung des St. Georgs-Bundes beteiligt. Unter dem …