Alle Artikel mit dem Schlagwort: Fidus

Een rare kolonie

Basel, 11 Nov. ’03 Een rare kolonie Wie wel eens langs de Walensee gespoord is, en wie van Basel of Zürich uit naar het Oosten trok, die heeft dien wonderschoonen tocht door allerlei tunnels, langs hooge rotswanden en langs het meer meegemaakt; die heeft daar, aan de overzijde van dat kleine lieve hoog-ingesloten meer op een hooghangend bergterras, zoo bekoorlijk liggende tusschen de majestueuze bergpracht onder de churfristen [sic!] het bergdorp Amden kunnen ontwaren. Het is een flink, mooi, hoog dorp. De huizen staan niet saamgeklompt om de kerk, maar staan verstrooid op het hellend bergterras, dat zoowat 1000 meter boven de zeeoppervlakte hangt. Een prachtige breede postweg voert van het station Weesen in anderhalf uur naar Amden. Het is een van de heerlijkste wandelwegen uit deze buurt: de kleine Walensee ver in de diepte, de getande Mürtschenstock op den voorgrond en ver daarachter het witte sneeuwlandschap van Tödi en Glaïnisch [sic!]. Geen wonder dat ‚t hier in den zomer druk is, speciaal voor Zwitsersche toeristen, want de internationale globetrotters zoeken het schoon natuurlijk alleen …

„Familienschutz“

Das Projekt oder vielmehr die Geschichte seines Scheiterns scheinen für Fidus exemplarisch zu sein. Hohen Ansprüchen und Pathos stehen wie auch in anderen Fällen Gutgläubigkeit oder einfach Naivität gegenüber. 1895 plante Fidus zusammen mit Amalie Altmann-Reich die Herausgabe einer Zeitschrift Familienschutz. Ihr Untertitel definierte sie nüchtern als „Zeitschrift für die praktischen und ideellen Interessen des Hauses“. Doch dazu kam es nicht. Es existiert jedoch ein Werbeprospekt mit dem Titelblatt. ## Ankündigung in der *Sphinx* In einer Ankündigung in der theosophischen Zeitschrift Sphinx werden ausführlich die „Leitgedanken der Redaktion“ zitiert. Zum Ziel der Zeitschrift wird darin erklärt: Den Geistern, die dem Zuge ins neuen Jahrhundert vorauseilen, verständnislos [sic!] uns zu öffnen, mit Ernst und Ehrlichkeit, ohne den Witz neidischer Kleinsprecherei – den Blick für alles Keimen und Sprossen auf den Feldern der neuen Kulturarbeit frei zu halten – und ein herzliches inneres Band zu Familie und Volk zu finden: das sei unser Ziel. Dann erst bedeutet unser Wirken einen erzieherischen Faktor für unsere germanische Kultursendung, dann erst findern wir das rechte Verhältnis zwischen dem Einzelnen und …

Tempel in Amden

Der Tempel der Erde, einer der Tempel, die in Amden hätten errichtet werden sollen. Fidus Tempelbauten könnten heute für das Dorf Amden am Walensee eine einzigartige touristische Attraktion und damit Einahmequelle darstellen. Doch vielleicht ist es kein Unglück oder sogar ein Glücksfall, dass sie nicht errichtet wurden. Ganz abgesehen davon, dass sich verschiedene Fragen stellen, wenn sie erstellt worden wären. Hätten sie die Zeit übderdauert? Würden sie heute als Kunstdenkmäler gepflegt? Welchem Zweck würden sie dienen? Wer käme für ihren Unterhalt auf? Oder wären sie längst zu Ruinen verfallen? Was als Anekdote der Dorfgeschichte und dem Leben von Fidus erzählt wird, könnte eine Peinlichkeit, wenn nicht einen politischen Skandal darstellen. Einen Skandal, der vielleicht umso grösser wäre allein der Tatsache wegen, dass die Bauten erstellt wurden und Fidus beziehungsweise seiner politischen Propaganda eine Bedeutung hätten, die sie jetzt nicht haben und nie hatten. Denn keiner der vielen Tempel, die er entworfen hat, wurde gebaut. Und sein zeichnerisches und malerisches Werk ist weitgehend in Vergessenheit geraten und wird kaum in einer Museumssammlung oder in einer Ausstellung …

„Morgenwunder“

Von Gott. Morgenwunder. 1907 erhielt Fidus in Zürich vom Philosophen Rudolf Willy, den Auftrag zum Gemälde Morgenwunder. Mit ihm nimmt Fidus ein Motiv auf, mit dem er sich unter dem Titel Von Gott als Gegenstück zu seinem Lichtgebet beschäftigt hatte. Fidus erklärt zur Entwicklung von Zu Gott, das er im Laufer der Zeit zum Lichtgebet entwickelte, und *Von Gott* und der beabsichtigten Wirkung: Während „Zu Gott“, anfangs in kindlicher, dann jünglingshafter Männlichkeit sich zum Allgefühl emporreckt – in der Bildlichen Anschaung zur Sonne – kommt „Von Gott“ – anfangs in kindlicher, dann in jungfräulicher Art – wie Himmelstau aus rosigem Morgengewölk von Bergeshöhe herab, die Arme dem „Leben“ entgegenbreitend – in der Bildanschauung dem Menschen, dem „Leben“ entgegen. Dabei legt er besonderen Wert auf die traditionellerweise fast ausschlliesslich auf Selbstbildnisse beschränkte Blick aus dem Bilde: Wer die spärlichere Gelegenheit hatte, eins der „Von Gott“-Entwicklungen zu sehen, wird nicht dogamtisch sagen, „es ist unkünstlerisch, daβ sich im Bilde etwas zum Beschauer wendet“. Das kommt ganz auf das Bild an, also im Grunde auf die Stilsicherheit des …

In Zürich

Gertrud Prellwitz war 1903 auf dem Grappenhof in Amden, verliess diesen aber noch vor Fidus und reiste zurück nach Deutschland. Bereits im folgenden Jahr kam sie nach Zürich, nachdem sich Elsa, die Frau von Fidus, an sie gewandt hatte. Zusammen mit Fidus und Elsa wohnte sie in einer Wohnung an der Moussonstrasse im Quartier Fluntern. In Zürich hielt Prellwitz die Vorträge Zum Problem von Liebe und Mütterlichkeit im Leben der modernen Frau und Über die Gestalt Jesu im Lichte der geschichtlichen Forschung.1 Eine Auswahl davon bereitete sie zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor.2 Bereits Anfang 1903 hatte Gertrud Prellwitz in Berlin eine Vortragssreihe unter diesem Titel gehalten. Das Interesse, das die Zeitschrift Frauenbestrebungen Prellwitz entgegenbrachte, widmete sie ihnen doch eine Serie von vier Beiträgen mit Zusammenfassungen ihrer Vorträge, scheint auf den ersten Blick erstaunlich zu sein. Auch wenn etwa die Ausführungen von Prellwitz über Aufklärung und Ehe möglicherweise als fortschrittlich oder zumindest modern empfunden worden sind. Über die Bedeutung der Frau bei der Aufklärung habe Prellwitz ausgeführt, berichtet …

Gertrud Prellwitz

Gertrud Prellwitz wurde am 5. April 1869 in Tilsit als Tochter eines Zimmermanns geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie ab ihrem elften Lebensjahr in Königsberg. Danach studierte sie in Königsberg Philosophie und Theologie. Seit 1888 arbeitete sie dort als Lehrerin. 1895 oder 1901 ging sie nach Berlin und studierte dort Literaturgeschichte und Theologie und war ebenfalls als Lehrerin tätig. 1903 war sie in Amden auf dem Grappenhof, danach hielt sie sich zusammen mit Fidus und seiner Frau Elsa in Zürich auf. In Zürich hielt sie Vorträge und bereitete eine Auswahl davon zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor. 1905 lebte sie in Mittel-Schreiberhau in Schlesien. 1909 erschien die erste Auflage ihres bis in die 1950er Jahre erfolgreichen Aufklärungsbüchleins Vom Wunder des Lebens, das „Elsa und ihren Kindern gewidmet“ ist. Im November desselben Jahres zog sie in das damals fertiggestellte Fidushaus in Woltersdorf, wo sie bis zum Tod von Elsa Fidus 1915 lebte. Nach dem Tod von Georg Bauernfeind war sie 1912 an der Gründung des St. Georgs-Bundes beteiligt. Unter dem …