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„Die Freude“

Die Zeitschrift Die Freude wurde zuerst als „Monatshefte für deutsche Innerlichkeit“, später „Monatshefte für freue Lebensgestaltung“ von Robert Laurer herausgegeben. Die Redaktion hatte bis 1924, Heft 14, Magnus Weidemann. Titel und Umschlag der ersten Nummern wurden von Fidus gezeichnet. Ab etwa 1928 wurde die Zeitschrift in der Schweiz durch „Die neue Zeit“ in Bern ausgeliefert. Regelmässige Mitarbeiterin der Zeitschrift war Therese Mülhause-Vogeler. Die ersten Ausgaben erhielten verschiedene Text- und Bildbeiträge von Fidus. Zudem war die Ausgabe Dezember 1924 (Heft 16) auschliesslich Fidus gewidmet. Sie enthielt Beiträge von Ludwig Fahrenkrog, Magnus Weidemann, Jakob Feldner, Fidus selbst und Gertrud Prellwitz. Erfasste Ausgaben 1. Jahrg., 1923/1924, Heft 1-16 2. Jahrg., 1925, Heft 5 3. Jahrg., 1926, Heft 1-2 4. Jahrg., 1927, Heft 1-7 5. Jahrg., 1928, Heft 5, 7-8, 11 6. Jahrg., 1929, Heft 4 Die Bildbeiträge und Illustrationen wurden nicht erfasst. Erfasste Beiträge „Die Freude“

Tempel in Amden

Der Tempel der Erde, einer der Tempel, die in Amden hätten errichtet werden sollen. Fidus Tempelbauten könnten heute für das Dorf Amden am Walensee eine einzigartige touristische Attraktion und damit Einahmequelle darstellen. Doch vielleicht ist es kein Unglück oder sogar ein Glücksfall, dass sie nicht errichtet wurden. Ganz abgesehen davon, dass sich verschiedene Fragen stellen, wenn sie erstellt worden wären. Hätten sie die Zeit übderdauert? Würden sie heute als Kunstdenkmäler gepflegt? Welchem Zweck würden sie dienen? Wer käme für ihren Unterhalt auf? Oder wären sie längst zu Ruinen verfallen? Was als Anekdote der Dorfgeschichte und dem Leben von Fidus erzählt wird, könnte eine Peinlichkeit, wenn nicht einen politischen Skandal darstellen. Einen Skandal, der vielleicht umso grösser wäre allein der Tatsache wegen, dass die Bauten erstellt wurden und Fidus beziehungsweise seiner politischen Propaganda eine Bedeutung hätten, die sie jetzt nicht haben und nie hatten. Denn keiner der vielen Tempel, die er entworfen hat, wurde gebaut. Und sein zeichnerisches und malerisches Werk ist weitgehend in Vergessenheit geraten und wird kaum in einer Museumssammlung oder in einer Ausstellung …

In Zürich

Gertrud Prellwitz war 1903 auf dem Grappenhof in Amden, verliess diesen aber noch vor Fidus und reiste zurück nach Deutschland. Bereits im folgenden Jahr kam sie nach Zürich, nachdem sich Elsa, die Frau von Fidus, an sie gewandt hatte. Zusammen mit Fidus und Elsa wohnte sie in einer Wohnung an der Moussonstrasse im Quartier Fluntern. In Zürich hielt Prellwitz die Vorträge Zum Problem von Liebe und Mütterlichkeit im Leben der modernen Frau und Über die Gestalt Jesu im Lichte der geschichtlichen Forschung.1 Eine Auswahl davon bereitete sie zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor.2 Bereits Anfang 1903 hatte Gertrud Prellwitz in Berlin eine Vortragssreihe unter diesem Titel gehalten. Das Interesse, das die Zeitschrift Frauenbestrebungen Prellwitz entgegenbrachte, widmete sie ihnen doch eine Serie von vier Beiträgen mit Zusammenfassungen ihrer Vorträge, scheint auf den ersten Blick erstaunlich zu sein. Auch wenn etwa die Ausführungen von Prellwitz über Aufklärung und Ehe möglicherweise als fortschrittlich oder zumindest modern empfunden worden sind. Über die Bedeutung der Frau bei der Aufklärung habe Prellwitz ausgeführt, berichtet …

Gertrud Prellwitz

Gertrud Prellwitz wurde am 5. April 1869 in Tilsit als Tochter eines Zimmermanns geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie ab ihrem elften Lebensjahr in Königsberg. Danach studierte sie in Königsberg Philosophie und Theologie. Seit 1888 arbeitete sie dort als Lehrerin. 1895 oder 1901 ging sie nach Berlin und studierte dort Literaturgeschichte und Theologie und war ebenfalls als Lehrerin tätig. 1903 war sie in Amden auf dem Grappenhof, danach hielt sie sich zusammen mit Fidus und seiner Frau Elsa in Zürich auf. In Zürich hielt sie Vorträge und bereitete eine Auswahl davon zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor. 1905 lebte sie in Mittel-Schreiberhau in Schlesien. 1909 erschien die erste Auflage ihres bis in die 1950er Jahre erfolgreichen Aufklärungsbüchleins Vom Wunder des Lebens, das „Elsa und ihren Kindern gewidmet“ ist. Im November desselben Jahres zog sie in das damals fertiggestellte Fidushaus in Woltersdorf, wo sie bis zum Tod von Elsa Fidus 1915 lebte. Nach dem Tod von Georg Bauernfeind war sie 1912 an der Gründung des St. Georgs-Bundes beteiligt. Unter dem …