Alle Artikel mit dem Schlagwort: IdaHofman

Vortragsreise in die Schweiz

Am 1. Mai 1932 wurde Fidus Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP mit der Mitgliedsnummer 1.109.839 in der Ortsgruppe Woltersdorf, Gau Brandenburg 46. Im Frühjahr des Jahrs darauf reiste Fidus in die Schweiz und hielt zwischen dem 6. und 30. März an verschiedenen Orten Lichtbildervorträge und machte einen Abstecher ins Tessin.1 Fidus im Nebelspalter Fidus war zu Beginn der 1930er Jahre kein Unbekannter in der Schweiz. Ebensowenig wie der Schweizerische Lichtbund, der einen Teil der Lichtbildervorträge organisierte. Davon zeugt ein Beitrag in der Satire-Zeitschift Nebelspalter, der Ende 1931 unter dem Titel „Nacktheit ist sittlich“ erschienen ist.2 Mit Bezug auf den Titel einer Broschüre der Vereinigung wird darauf hingewiesen, dass beim Freispruch der Vereinigung 1926 argumentiert wurde, dass Nacktheit an sich weder mit Unsittlichkeit noch mit Sittlichkeit etwas zu tun habe. In der Folge wird ausgeführt: Es ist mindestens eine eben so grosse Torheit, die Nacktheit als sittlich zu loben, als sie als unsittlich zu verdammen. Das führt dann zu jenem Extrem der Nacktkultürlermentalität, die jeden, der nicht nackt herumläuft, als ein komplexes Schwein abtut. Diese …

Gustav Nagel in Goldau und Ascona

Am 17. November 1902 besuchte Gustaf Nagel den Monte Verità. Davor reiste er offenbar aus dem Tessin nach Zürich und wieder zurück ins Tessin. Auf der Rückreise machte er am 17. November in Goldau einen Zwischenhalt, wie verschiedene Zeitungsmeldungen belegen beziehungsweise kolportieren. Ida Hofmann berichtet über den Besuch auf dem Monte Verità: Gustav Nagel tritt am 17. November vor unsere erstaunte Gruppe. Heftiges Schneegestöber hindert ihn nicht, blossfüssig und nur mit einem kurzen Hemde bekleidet einherzugehen. Helle Freude breitet sich über die Züge der Anwesenden; denn der Anblick seiner Persönlichkeit wirkt erfrischend; er macht den Eindruck eines Genesenden, aber noch nicht Gesunden. Seine Gestalt, sein von lockigem Haar umwallter Kopf sind schön. Ausdruck und Haltung sind edel, sein Auge jedoch ist unstät – er lacht oft kurz und grundlos auf. Nagel zeigt uns Atteste von den bekanntesten deutschen Medizinern und Naturärzten, welche einstimmig seine vielfach angezweifelte Zurechnungsfähigkeit bestätigen, damit Nagel sich von der über ihn verhängten Kuratel befreien könne. Er verkauft viele Ansichtskarten mit seinem eigenen Bildnis an uns, schläft Morgens bis 11 Uhr, lässt …

Theodor Stern

Theodor Stern war von 1893 bis 1899 als Pfarrer in Köniz im Kanton Bern tätig. Jahrelang von Krankheiten geplagt, begann er im Wald Luft- und Sonnenbäder zu nehmen, was zum Verlust seiner Stelle geführt haben soll. In der Folge gründete er 1902 das Kurhaus Waidberg in Zürich. Zum Teil unter dem Pseudonym Konrad Wahr veröffentlichte Stern Bücher und Artikel zur Naturheilkunde. Zudem war er Redaktor der Zeitschrift Die Gesundheit. Diese erschien seit Mitte 1900 mit dem Untertitel „Ein Wegweiser für das Volk in gesunden und kranken Tagen“ als „Schweizerisches Organ für Naturheilkunde und Antivivisektion“. 1910 wurde Stern von der reformierten Kirchgemeinde Derendingen zum Pfarrer gewählt, wo er sein Amt vier Jahre lang versah. 1929 gründete Stern eine Einzelfirma zum Handel von Pfarrer Stern’s Feigenkaffee.1 1933 wurde er vom Regierungsrat des Kantons Bern zum Berzirkshelfer der reformierten Kirchgemeinde Langenthal gewählt.2 Im gleichen Jahr übernahm seine Frau Anny seine Firma.3 Als Berzirkshelfer war Stern bis 1939 tätig. Seinen Ruhestand verbrachte er zuerst in Langnau, dann in Solothurn, wo er am 13. März 1943 starb.4 Stern und der …