Alle Artikel mit dem Schlagwort: JosuaKlein

Gusto Gräser als Anlass zur Abreise aus Amden

Ganz abwegig ist die Frage nicht: Warum hat sich Fidus 1904 nicht auf dem Monte Verità niedergelassen, nachdem er in die Schweiz gekommen war, aber nicht in Amden bleiben wollte? Oder etwas bescheidener: Warum hat er 1904, in der Zeit, in der er in Zürich wohnte und arbeitete, den Monte Verità nicht besucht? Ob es nur daran lag, dass er Gusto Gräser, der zudem Mitbegründer der Siedlung auf der Anhöhe bei Ascona war, aus dem Weg gehen wollte? Zumal Gräser als Besucher in Amden ihm den Anlass lieferte, die Gemeinschaft in einem theatralischen Abgang zu verlassen. Wobei Fidus übrigens den Anteil Gräsers an der Gründung des Monte Verità übergeht, wenn er über den Besucher, bzw. seine Brüder schreibt: Es war der Naturdichter, Maler und Wanderer Gusto Gräser, der in der Reformer-Siedlung des Belgiers Oedenkofen bei Ascona am Lago maggiore sesshafte Brüder hatte, dessen jüngerer, auch Maler, ehemals östr. Offizier, aber bald starb. Karl Gräser hatte sich ein Naturhaus gebaut, in welchem alle Möbel aus Naturästen und -knorren bestanden. Seine Frau war eine Schwester der Oedenkoven. …

Der Krach in Amden

Der Krach in Amden Es ist nun ein Jahr und länger her, daß man in allen schweizerischen und ausländischen Zeitungen einen kleinen Artikel unter „Vermischtem“ lesen konnte, der das Stichwort führte „eine Million für das Schweizerbürgerrecht“. Der ausländische Bewerber, welcher das Glück, in das schweizerische Landrecht aufgenommen zu werden, so hoch einschätzte, war Herr Josua Klein in Amden, Gründer der dortigen, ebenfalls in allen Zeitungen erwähnten „geheimnisvollen Kolonie“. Die Million hat sich leider inzwischen in blauen Dunst aufgelöst, aber auffällig blieb es, daß die Beteiligten ein volles Jahr verstreichen ließen, ehe sie in irgend einer Form der Oeffentlichkeit zu wissen taten, daß ein solches Versprechen, wie es Herr Josua Klein der Gemeinde Amden gegeben haben sollte, weder geleistet noch je erwartet wurde. Die Entstehungsgeschichte der Million führt lediglich zurück auf die scherzhafte Aeußerung eines Mitgliedes des Gemeinderates: „Sagen Sie ‚mal, es wäre doch schön, wenn Sie uns eine von Ihren Millionen zur Verfügung stellen wollten?“ Und irgend ein Scherz war auch die Antwort des Herrn Klein; draußen jedoch, vielleicht in Amden selbst, wenigstens aber weit …

Een rare kolonie

Basel, 11 Nov. ’03 Een rare kolonie Wie wel eens langs de Walensee gespoord is, en wie van Basel of Zürich uit naar het Oosten trok, die heeft dien wonderschoonen tocht door allerlei tunnels, langs hooge rotswanden en langs het meer meegemaakt; die heeft daar, aan de overzijde van dat kleine lieve hoog-ingesloten meer op een hooghangend bergterras, zoo bekoorlijk liggende tusschen de majestueuze bergpracht onder de churfristen [sic!] het bergdorp Amden kunnen ontwaren. Het is een flink, mooi, hoog dorp. De huizen staan niet saamgeklompt om de kerk, maar staan verstrooid op het hellend bergterras, dat zoowat 1000 meter boven de zeeoppervlakte hangt. Een prachtige breede postweg voert van het station Weesen in anderhalf uur naar Amden. Het is een van de heerlijkste wandelwegen uit deze buurt: de kleine Walensee ver in de diepte, de getande Mürtschenstock op den voorgrond en ver daarachter het witte sneeuwlandschap van Tödi en Glaïnisch [sic!]. Geen wonder dat ‚t hier in den zomer druk is, speciaal voor Zwitsersche toeristen, want de internationale globetrotters zoeken het schoon natuurlijk alleen …

Josua Klein

Josua Klein war Gründer und Leiter der Siedlung Grappenhof am Walensee. Klein kam am 9. Mai 1867 in Meran zur Welt. Sein Vater Wilhelm Klein (1834-1913) war Verfasser verschiedener Schriften zu weltanschaulichen und lebenskundlichen Fragen, seine Mutter Maria Klein (1834-1883) Dichterin. Zusammen mit seinen drei Schwestern und dem jüngeren Bruder erhielt er Schulunterricht von seinem Vater sowie von Privatlehrern und Privatlehrerinnen. 1888 übersiedelte er in die Vereinigten Staaten. Dort heiratete er seine Frau Wilhelmine, eine Verwandte des Märchendichters Hans Christian Andersen. 1901 kehrte Klein nach Europa zurück, im Jahr darauf besuchte er erstmals Amden. 1903 liess er sich mit seiner Frau und den zwei Söhnen dort nieder. 1906 verliess Klein die Schweiz und liess sich in Texas nieder, kehrte aber bereits 1908 auf den Grappenhof zurück. 1910 kam eine Tochter aus der Verbindung mit Margarethe Nopper zur Welt. Weitere Töchter folgten 1912 und 1913. 1914 übersiedelte Klein wieder in die Vereinigten Staaten, wurde 1916 auf Ellis Island vor New York interniert und 1920 nach Europa abgeschoben. In Wien ging er eine Verbindung ein mit Karina …

Tempel in Amden

Der Tempel der Erde, einer der Tempel, die in Amden hätten errichtet werden sollen. Fidus Tempelbauten könnten heute für das Dorf Amden am Walensee eine einzigartige touristische Attraktion und damit Einahmequelle darstellen. Doch vielleicht ist es kein Unglück oder sogar ein Glücksfall, dass sie nicht errichtet wurden. Ganz abgesehen davon, dass sich verschiedene Fragen stellen, wenn sie erstellt worden wären. Hätten sie die Zeit übderdauert? Würden sie heute als Kunstdenkmäler gepflegt? Welchem Zweck würden sie dienen? Wer käme für ihren Unterhalt auf? Oder wären sie längst zu Ruinen verfallen? Was als Anekdote der Dorfgeschichte und dem Leben von Fidus erzählt wird, könnte eine Peinlichkeit, wenn nicht einen politischen Skandal darstellen. Einen Skandal, der vielleicht umso grösser wäre allein der Tatsache wegen, dass die Bauten erstellt wurden und Fidus beziehungsweise seiner politischen Propaganda eine Bedeutung hätten, die sie jetzt nicht haben und nie hatten. Denn keiner der vielen Tempel, die er entworfen hat, wurde gebaut. Und sein zeichnerisches und malerisches Werk ist weitgehend in Vergessenheit geraten und wird kaum in einer Museumssammlung oder in einer Ausstellung …