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Rudolf Willy

Rudolf Willy wurde am 15. August 1855 in Mels geboren. Willys Vater war Arzt in Mels. Nach dem Besuch des Gymnasiums in St. Gallen studierte er in Zürich Medizin, Recht und Philosophie bei Richard Avenarius. 1882 promovierte er mit der Dissertation Schopenhauer in seinem Verhältnis zu J. G. Fichte und Schelling. 1885 wurde ihm die Venia docendi für Philosophie an der Hochschule Bern erteilt.1 1896 war er Privatdozent für Philosophie in Bern, von 1897 bis 1902 in Zürich. Kein geringerer als Lenin hat sich mit Willy als dem „fortschrittlichsten ‚Empiriokritiker‘ und unversöhnlichen Gegner des Idealismus“ in seinem philosophischen Hauptwerk Materialismus und Empiriokritizismus. Kritische Bemerkungen über eine reaktionäre Philosophie, das er 1908 geschrieben hat, ausführlich auseinandegesetzt.2 Willy gehörte zu den Autoren der Zeitschrift Polis um Fritz Brupbacher. Willy starb am 17. April 1918 in Mels. Fritz Brupbacher und der Empiriokritizismus Auch Fritz Brupbacher beschäftigte sich mit dem erwähnten Empiriokritizismus. Wie er in seiner Biographie erzählt, kam er damit durch Rudolf Wlassak in Berührung. Wlassak hatte an der Universität Zürich studiert und war dort als Privatdozent für …

„Morgenwunder“

Von Gott. Morgenwunder. 1907 erhielt Fidus in Zürich vom Philosophen Rudolf Willy, den Auftrag zum Gemälde Morgenwunder. Mit ihm nimmt Fidus ein Motiv auf, mit dem er sich unter dem Titel Von Gott als Gegenstück zu seinem Lichtgebet beschäftigt hatte. Fidus erklärt zur Entwicklung von Zu Gott, das er im Laufer der Zeit zum Lichtgebet entwickelte, und *Von Gott* und der beabsichtigten Wirkung: Während „Zu Gott“, anfangs in kindlicher, dann jünglingshafter Männlichkeit sich zum Allgefühl emporreckt – in der Bildlichen Anschaung zur Sonne – kommt „Von Gott“ – anfangs in kindlicher, dann in jungfräulicher Art – wie Himmelstau aus rosigem Morgengewölk von Bergeshöhe herab, die Arme dem „Leben“ entgegenbreitend – in der Bildanschauung dem Menschen, dem „Leben“ entgegen. Dabei legt er besonderen Wert auf die traditionellerweise fast ausschlliesslich auf Selbstbildnisse beschränkte Blick aus dem Bilde: Wer die spärlichere Gelegenheit hatte, eins der „Von Gott“-Entwicklungen zu sehen, wird nicht dogamtisch sagen, „es ist unkünstlerisch, daβ sich im Bilde etwas zum Beschauer wendet“. Das kommt ganz auf das Bild an, also im Grunde auf die Stilsicherheit des …